Winterzeit, die Probleme der TX-Elektrik sind behoben und ich hab gestern die Kawasaki-Twin auf die Hebebühne genommen.
Mit der bin ich vorletztes Wochenende noch 160 sehr erfrischende Kilometer gefahren. Beim Start ist der Argo-Anlasserfreilauf durchgerutscht, ich hab sie den Berg runter anlaufen lassen. Auf den ersten 80 km hab ich zwei Mal pausiert, da hat er, jeweils mit Rutschern, noch gegriffen. Dann, nachts um halb zwölf, nach sechs Stunden Stillstand ist er nur noch durchgerutscht, musst ich antreten. Zuhaus hab ichs einen Tag später noch mal probiert, rutscht weiter nur noch durch, greift nicht mehr.
Das kam dann heut bei der Zerlegung, nach Rausziehen des Antriebsrades, raus
Das Antriebsrad war beim Einbau des Freilaufs neu, hat, sieht man auf dem Fotos schlecht, zwar eine deutlich sichtbare Laufspur aber auf der immer noch einen Durchmesser 42.17. Daneben, wo die Klemmkörper nicht gelaufen sind, hats den Neudurchmesser 42.19, also grad mal 2/100 Verschleiß. Unten auf dem Bund liegt noch das abgescherte Ringteil des Freilaufkäfigs.
Hier hab ich den Außenring vom Polrad runtergeschraubt, die Schrauben waren dank Würth-Schraubensicherung mittelfest bombenfest. Und man sieht daß das äußere Käfigteil ohne Schaden ist.
Und hier hab ich, unten auf dem Foto, einen neuen Freilaufkäfig mit aufs Bild. Da ist im Teilevergleich zu sehen daß es den inneren Käfig des Freilaufs komplett zerlegt hat und damit die Klemmkörper nicht mehr sauber geführt / ausgerichtet waren. Die Stege des inneren Rings, die auf dem Foto im abgescherten Ringteil liegen, waren alle im Freilaufbauraum gefangen.
Wenigstens beinahe. Bei einem Sachsen-Trip mit der Kawasaki Ende Juni ist er erstmals ganz gelegentlich und immer nur kurz durchgerutscht. Im September hab ich dann wegen eines anderen Problems die Ölwanne abgebaut und, neben jeder Menge Metallschlamm an der Magnetablasschraube, das hier ...

- schrott.JPG (140.67 KiB) 27665 mal betrachtet
... aus dem Bodensatz der Wanne gewaschen. Hab ich, weil ich auch ein defektes Getriebelager hatte, damals für Fragmente des Lagerkäfigs gehalten. Wenn ichs mir jetzt aber noch mal anschau kann ich mir auch vorstellen, daß das Brösel sind, dies geschafft haben aus dem Bauraum des Anlasserfreilaufs zu entwischen und bei der Gelegenheit weiter gehäckselt wurden.
Nach dieser Zerlegung war ich mit der Z 750 und Freunden in Slowenien. Ich bin also, wies ausschaut, mit dem zumindest angerissenen und teilweise geschredederten Innenkäfig des Freilaufs noch mindestens 3.000 km gefahren.
Fazit: Kaputt aber GLÜCK GEHABT!
Mehr Glück als andere hier weil ich nicht '2.000 km from home' mit blockiertem Freilauf und ruiniertem Anlasser stehengeblieben bin. Das wär wirklich nicht nicht lustig gewesen.
Als Reparaturlösung werd ich jetzt den Freilauf einbauen den Volker 'in China' für die TX aufgetan hat und dabei das auch bei der Kawasaki rare Anlasserrad weiter verwenden.
Gruß
Martin