Hallo liebe TX-Gemeinde,
das letztjährige TX-Treffen in Insul endete für mich damit, daß meine TX nach Hause geschleppt werden mußte. Während der Ausfahrt am Samstag hatte sich ein metallisch klingendes Klopfgeräusch linke Zylinderseite im Leerlauf eingestellt, mehrere Teilnehmer hatten das bemerkt und als möglichen Pleuellagerschaden diagnostiziert. Der Versuch, mit gezogener Handbremse die Kupplung langsam kommen zu lassen, verstärkte das metallische Klopfgeräusch, also nahezu eindeutig. Die TX wurde abgestellt und nicht mehr bewegt.
Richard hatte mir damals mit auf den Weg gegeben, daß es wenige alternative Ursachen für dieses Geräuschbild gibt, u.a. eine lose Zentralschraube auf der rechten KW-Seite. Das hab ich gleich gecheckt, war i.O.
Nach langer Zeit habe ich jetzt endlich den Motor ausgebaut und zerlegt. Geräusche erscheinen oft eindeutig und können so täuschen. So auch in meinem Fall. Schaut euch die Bilder an, die KW-Lager wie Pleuellager sind alle i.O. Jetzt hoffe ich auf eure Erfahrung, woher das Geräusch noch kommen kann.
LG Hermann
Pleuellagerschaden?
Pleuellagerschaden?
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Re: Pleuellagerschaden?
Moin und Hallo nochmal,
nach intensiver Begutachtung habe ich den Übeltäter heute gefunden. Der Anlasserfreilauf hatte sich vom Polrad gelöst und jackelt hin und her, was dann eben zu dem metallisch klingenden Geräusch geführt hatte. Tatsächlich hatte es aber wie ein Pleuellagerschaden geklungen.
Die drei Befestigungsschrauben lagen am Anlasserzahnkranz an, konnten nicht weiter rausdrehen, wären aber irgendwann abgeschert, so die Spuren an den Schraubenbunden.
Ich hoffe, daß es in der Zukunft jemandem hilft, bei solch einem Klopfgeräusch das Zerlegen des Motors zu vermeiden.
Im Übrigen sehe ich es positiv, denn jetzt kenne ich meinen TX Motor von innen. Die 21000 km Tacho sind echt und der Zustand des Motors ist aus meiner Sicht recht gut. Ich bin der Erste, der ihn öffnet, die Ventile sind dicht, Nockenwelle, Kipphebel, Kolben, Ringe, Zylinderlaufbahn, alles in guter Verfassung, und eben auch die KW-Lager samt Pleuellager, alles i.O.
Ich werde also den Motor nur neu abdichten und den Freilauf erneuern.
LG Hermann
nach intensiver Begutachtung habe ich den Übeltäter heute gefunden. Der Anlasserfreilauf hatte sich vom Polrad gelöst und jackelt hin und her, was dann eben zu dem metallisch klingenden Geräusch geführt hatte. Tatsächlich hatte es aber wie ein Pleuellagerschaden geklungen.
Die drei Befestigungsschrauben lagen am Anlasserzahnkranz an, konnten nicht weiter rausdrehen, wären aber irgendwann abgeschert, so die Spuren an den Schraubenbunden.
Ich hoffe, daß es in der Zukunft jemandem hilft, bei solch einem Klopfgeräusch das Zerlegen des Motors zu vermeiden.
Im Übrigen sehe ich es positiv, denn jetzt kenne ich meinen TX Motor von innen. Die 21000 km Tacho sind echt und der Zustand des Motors ist aus meiner Sicht recht gut. Ich bin der Erste, der ihn öffnet, die Ventile sind dicht, Nockenwelle, Kipphebel, Kolben, Ringe, Zylinderlaufbahn, alles in guter Verfassung, und eben auch die KW-Lager samt Pleuellager, alles i.O.
Ich werde also den Motor nur neu abdichten und den Freilauf erneuern.
LG Hermann
Re: Pleuellagerschaden?
Hallo TX ler
kann ich die Pleuelschrauben an meiner TX wiederverwenden oder müssen die zwingend beim Zusammenbau der KW erneuert werden? Die reine Lehre sagt, Dehnschrauben, die über ihre Streckgrenze hinweg angezogen wurden, sind grundsätzlich zu erneuern. Ich meine trotzdem, daß die an der TX wiederverwendbar sind, warum?
a. Im WHB finde ich keinen Hinweis darauf, daß es sich um Dehnschrauben handelt, die beim Einbau nicht nur elastisch sondern auch t.w. plastisch verformt werden (Drehmoment plus Drehwinkel).
b. Selbst bei Ankündigung der Verstärkung von M8 auf M9 im Mitsui Bulletin von 1974 findet man keinen Hinweis auf einen zusätzlichen Drehwinkel, der ja die plastische Verformung der Schraube bewirken soll. Es wird lediglich von einem neuen Anzugsmoment von 4,5 kg/m (M9) statt 3,7 kg/m (M8) gesprochen.
Ich gehe also davon aus, daß die verbaute M9 Dehnschraube meiner TX beim Einbau nicht plastisch verformt wurde und würde sie aus dem Grund wieder einbauen.
Natürlich kann man sich fragen, ist das logisch? Erst Anfang der 1970er Jahre wurden Dehnschrauben im Motorenbau eingesetzt, kann also sein, daß Yamaha zu dem Zeitpunkt auch noch nicht alles verstanden hatte. Sie haben also eine sehr teure Dehnschraube verwendet und ihr Potential nicht ausgenutzt.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht.
Gruß Hermann
kann ich die Pleuelschrauben an meiner TX wiederverwenden oder müssen die zwingend beim Zusammenbau der KW erneuert werden? Die reine Lehre sagt, Dehnschrauben, die über ihre Streckgrenze hinweg angezogen wurden, sind grundsätzlich zu erneuern. Ich meine trotzdem, daß die an der TX wiederverwendbar sind, warum?
a. Im WHB finde ich keinen Hinweis darauf, daß es sich um Dehnschrauben handelt, die beim Einbau nicht nur elastisch sondern auch t.w. plastisch verformt werden (Drehmoment plus Drehwinkel).
b. Selbst bei Ankündigung der Verstärkung von M8 auf M9 im Mitsui Bulletin von 1974 findet man keinen Hinweis auf einen zusätzlichen Drehwinkel, der ja die plastische Verformung der Schraube bewirken soll. Es wird lediglich von einem neuen Anzugsmoment von 4,5 kg/m (M9) statt 3,7 kg/m (M8) gesprochen.
Ich gehe also davon aus, daß die verbaute M9 Dehnschraube meiner TX beim Einbau nicht plastisch verformt wurde und würde sie aus dem Grund wieder einbauen.
Natürlich kann man sich fragen, ist das logisch? Erst Anfang der 1970er Jahre wurden Dehnschrauben im Motorenbau eingesetzt, kann also sein, daß Yamaha zu dem Zeitpunkt auch noch nicht alles verstanden hatte. Sie haben also eine sehr teure Dehnschraube verwendet und ihr Potential nicht ausgenutzt.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht.
Gruß Hermann
Re: Pleuellagerschaden?
Hallo Hermann
Meiner Meinung nach kannst du die Schrauben einfach wieder nehmen. Ich mach da nie so ein Geschiss drum.
Die Lager sehen top aus. Alles in Ordnung.
Ich hatte den Motor nicht laufen gehört, hätte wahrscheinlich aber auch auf Lagerschaden getippt, obwohl ich bei jedem zweiten Rotor den losen Freilauf hatte.
Du solltest jetzt auf jeden Fall auf einen geänderten Freilauf mit den Klinken wechseln, da die Gewinde im Rotor ausgelutscht sind.
Volker
Meiner Meinung nach kannst du die Schrauben einfach wieder nehmen. Ich mach da nie so ein Geschiss drum.
Die Lager sehen top aus. Alles in Ordnung.
Ich hatte den Motor nicht laufen gehört, hätte wahrscheinlich aber auch auf Lagerschaden getippt, obwohl ich bei jedem zweiten Rotor den losen Freilauf hatte.
Du solltest jetzt auf jeden Fall auf einen geänderten Freilauf mit den Klinken wechseln, da die Gewinde im Rotor ausgelutscht sind.
Volker
Re: Pleuellagerschaden?
Hallo Volker,
da ich eigentlich mit dem XS400 Freilauf gute Erfahrungen gemacht habe, was das Greifverhalten angeht, wollt ichs nochmal probieren.
Außerdem hab ich festgestellt, daß ich noch die kurzen 15mm Befestigungsbolzen drinhabe, die ja bekanntlich irgendwann auf 18mm verlängert worden waren.
Mit Loctite und Verstämmen der Bolzen müßte das Problem sich erledigt haben.
LG Hermann
da ich eigentlich mit dem XS400 Freilauf gute Erfahrungen gemacht habe, was das Greifverhalten angeht, wollt ichs nochmal probieren.
Außerdem hab ich festgestellt, daß ich noch die kurzen 15mm Befestigungsbolzen drinhabe, die ja bekanntlich irgendwann auf 18mm verlängert worden waren.
Mit Loctite und Verstämmen der Bolzen müßte das Problem sich erledigt haben.
LG Hermann
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loyalm1
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- Wohnort: Am Laubach 32, 65843 Sulzbach/Ts.
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Re: Pleuellagerschaden?
Hallo Hermann,
das mit den Gewinden im Rotor, was Volker erwähnt, kann ich sehr bestätigen. Bei mir waren die Bohrungen sichtbar oval verformt - und da muss man, glaube ich, befürchten, dass weder verstemmen, noch Loctite davor schützen kann.
Allerdings weiß ich nicht, mit wie vielen Schrauben der XS400-Freilauf befestigt wird.
Ich habe seit 2020 den von Argo (aus der ersten Lieferung!) verbaut und damit null Probleme - toi, toi, toi! Aber den habe ich in einer mechanischen Werkstätte hochfein zentriert (mit 6 Schrauben befestigt) einbauen lassen, und ich vermute, dass sich diese Investition nun auszahlt.
Zu der Frage der Pleuelschrauben: Ich habe bei meinem Motor keine neuen verwendet - zumal der (damalige, nicht mehr existente) Frankfurter Yamaha-Händler meinte, die Schauben würden 165€ kosten - pro Stück!
Ansonsten kann ich nur meinen Neid artikulieren ob des Aussehens der Lagerschalen und der Lagerzapfen an Deiner Kurbelwelle. So was hätte ich auch gerne mal wieder...
Viel Erfolg Dir beim Wiederzusammenbau! Auf dass Du mit der TX anrücken kannst, wenn wir uns im nächsten Juni alle in Oberwolfach im Schwarzwald beim von Pit organisierten, nächsten TX-Treffen wieder zusammenfinden!
Stierische Grüße
Matthias
das mit den Gewinden im Rotor, was Volker erwähnt, kann ich sehr bestätigen. Bei mir waren die Bohrungen sichtbar oval verformt - und da muss man, glaube ich, befürchten, dass weder verstemmen, noch Loctite davor schützen kann.
Allerdings weiß ich nicht, mit wie vielen Schrauben der XS400-Freilauf befestigt wird.
Ich habe seit 2020 den von Argo (aus der ersten Lieferung!) verbaut und damit null Probleme - toi, toi, toi! Aber den habe ich in einer mechanischen Werkstätte hochfein zentriert (mit 6 Schrauben befestigt) einbauen lassen, und ich vermute, dass sich diese Investition nun auszahlt.
Zu der Frage der Pleuelschrauben: Ich habe bei meinem Motor keine neuen verwendet - zumal der (damalige, nicht mehr existente) Frankfurter Yamaha-Händler meinte, die Schauben würden 165€ kosten - pro Stück!
Ansonsten kann ich nur meinen Neid artikulieren ob des Aussehens der Lagerschalen und der Lagerzapfen an Deiner Kurbelwelle. So was hätte ich auch gerne mal wieder...
Viel Erfolg Dir beim Wiederzusammenbau! Auf dass Du mit der TX anrücken kannst, wenn wir uns im nächsten Juni alle in Oberwolfach im Schwarzwald beim von Pit organisierten, nächsten TX-Treffen wieder zusammenfinden!
Stierische Grüße
Matthias
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Matthias Loyal
IG TX750 Mitglied
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