Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Hanspi
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Re: Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Beitrag von Hanspi »

Hallo Volker!

Das ist sogar wahrscheinlich, dass das Herumschrauben an den verschiedenen Zündkurven nix bringt.... aber so ein Cafe-Racer Projekt ist ja auch immer so eine Sache wo man auch unkonventionelle Möglichkeiten - sprich: Spielereien - austesten kann.

Ich meine.... es wäre natürlich schon ein äusserst erhabenes Gefühl wenn wir zusammen mit unseren TX'en eine Runde auf dem Mountain Course bei Bray Hill starten würden und ich bei Creg-Ny-Baa bereits mein erstes Bier getrunken hätte und Dir relaxt zuschauen könnte wie Du (endlich) ankommst, nur: weil ich immer mit der idealen Zündkurve unterwegs gewesen wäre :D :D :D

Naja... Spielerei...sagte ich ja schon :mrgreen:

Grüsse (auch an Hilde)
Hanspi
schraubix
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Re: Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Beitrag von schraubix »

Ach sooo,
dieser Drehschalter. Alles klar! Ich fahre seit Jahren auf der Stufe 2.
Ich habe aber festgestellt, das bei späteren Lieferungen von Sachse, die Zündungen nicht identisch waren zu meiner Ersten.
Im übrigen glaube ich auch, dass ein Verstellen während der Fahrt nichts bringt oder sogar Aussetzer produziert.
Mit dem Caferacer werde ich warscheinlich, wie der Name sagt, nur Cafe trinken gehn.
Seid gegrüsst
schraubix
martin s aus b
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Re: Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Beitrag von martin s aus b »

Alle reden von der Sachse-Zündung als wärs die einzige, deshalb muß ich hier mal ein bißchen Werbung für die 'Innognition' machen die Steffi Graf für die XS 650 entwickelt hat und in der Schweiz im Direktvertríeb, ín Deutschland via Twinns Inn vertreibt.

http://www.youngtimerklinik.de/XS650/nwz/main_nwz.htm

https://www.twins-inn.com/Elektronische-Zuendung-NWZ

Die Innognition hat zwei Zündgeber, nimmt bei der XS das Zündsignal an der Nockenwelle ab und ist damit auch an der Nebenwelle der TX adaptierbar. Sie bietet zwei frei programmierbare Zündkurven für Teil- und für Vollast die über Ansaugrohrunterdruck umgeschaltet werden.

Ich hab sie bei der Kawasaki Z 750 B verbaut...

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IMG_0044.JPG (120.71 KiB) 30311 mal betrachtet

... und musste dazu ein wenig basteln weil die Grundplatte bei der Kawasaki auf die Kurbelwelle adaptiert werden musste. Von Steffi hab ich dazu eine eigene Softwareversion bekommen, die die Anpssung von Nockenwellen- auf die Kurbelwellendrehzahl beinhaltet. Die Zündung läuft problemlos, ich hab, auch wegen Doppelzündung, mit den Zündkurven experimentiert, eine Lösung gefunden und bin sehr zufrieden.


Für die TX hab ich mir das seinerzeit mal grob angeschaut ..

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inni tx.JPG (71.04 KiB) 30311 mal betrachtet
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IMG_0863.JPG (70.49 KiB) 30311 mal betrachtet

,,, die Geberplatte, hier auf der Zündungsgrundplatte der Kawasaki verschraubt, wär auch bei der TX adaptierbar, zur Adaption des Gebermagnets auf der Nebenwelle brauchts ein Drehteil.

Einfach plug and play ist das nicht. Aber hier sind ja Schrauber unterwegs :D
martin s aus b
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Re: Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Beitrag von martin s aus b »

Jetzt hab ich mir die oben beschriebene Innognition-Zündung, die ich bei der Kawasaki seit 2021 verbaut habe, auch für die TX geleistet.

Eigentlich ist sie speziell für die XS 650 ausgelegt, auf der elektrischen Seite und beim Anschluß an den Vergaserunterdruck ist sie aber bei der TX problemlos zu applizieren, weil das technisch mehr oder weniger identisch zur XS ist.

Mechanisch wird’s ein bißchen schwieriger, die Befestigungsbohrungen der Geberplatte passen für die XS und sitzen bei der TX selbstverständlich auf einem grad mal 1 mm anderen Radius und unter einem ca. 10° unterschiedlichen Winkelversatz. Einfachste Lösung dafür war, wie bei der Kawasaki, die Geberplatte auf eine entsprechend modifizierte Grundplatte der Zündkontakte zu setzen und diese dann wie gehabt im Gehäuse zu verschrauben. So wie ichs, mehr oder weniger frei Hand bzw. mit Schieblehrenmessung, gemacht habe wars ein elendes Gefiesel, die Geberplatte, damit der Rotor nicht anstreift, im kleinen Zehntelbereich zentrisch zur Grundplatte auszurichten. Für einen zweiten Anlauf würde ich in den beiden aufgeschweißten Befestigungsaugen auf der Fräsmaschine paßgenau Zentrierhülsen setzen und mit denen dann die Geberplatte positionsgenau ausrichten. Aber es ging auch so und nur der Schönheit halber mach ichs nicht nochmal.


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Hier Grundplatte und Geberrotor an Stelle der Kontaktzündung

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Der Anschluß am linken Vergaser mit dem Unterdruckschlauch zur Umschaltung zwischen Teil- und Vollast-Zündkurve

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Das Steuergerät sitzt über der Batterie. Nicht vom Holzklotz-Füller für den Batteriehaltegummi irritieren lassen, meine Batterie ist kleiner als die originale

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Über den USB-Mini B – Anschluß rechts können Einstellungen und Zündkurven ausgelesen und geändert werden. Links davon zwei Leuchtdioden übereinander - die obere leuchtet gerade, die untere nicht - mit deren Hilfe die Zündung statisch eingestellt wird. Die Leuchtdiode links zeigt nur 'Spannung vorhanden' an. Und dann noch der vom Vergaser kommende Unterdruckschlauch, über den die Zündkurven umgeschaltet werden und der hier auf dem Foto die beiden Stecker für Spannungsversorgung und Zündspulen- bzw. Geberplattenanschluß verdeckt.

Mit den Zündkurven hab ich ein wenig rumprobiert, das ist jetzt erst mal nicht so trivial, wenn Du da auf einmal machen kannst, was Du willst. Aber die Innognition ist, für die XS 650, mit einer Teillast- und einer Vollastkurve ‚erstbefüllt‘, die der Hersteller Steffi mit seiner eigenen XS 'erfahren' hat.

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Mit der bin ich auch gestartet, hab sie aber schnell verlassen, auch weil mir die Idee dahinter nicht klar ist. Soweit ich das verstehe ist die Zündkurve der Kontaktzündung zwangsläufig ein Kompromiß. Bei nur einer Verstellkurve ist ist Klingeln im Vollastbetrieb, Gas offen, fettes Gemisch, schnelle Verbrennung, das Limit für die Vorzündung. Das heißt vereinfacht, für Teillast wäre weniger und für Vollast, mageres Gemisch, langsamere Verbrennung, mehr Vorzündung möglich. Geht aber bei einer Verstellkurve für alle Betriebsarten nicht. Hier aber, mit zwei Zündkurven, schon und deshalb versteh ich nicht, wieso Steffi mit der Vorzündung bei beiden Kurven unter der serienmäßigen Verstellkurve der XS bleibt.

Aber vielleicht liege ich da ja gedanklich falsch, ich wüsste gerne wie ihr das seht!!!

Ich hab mich jetzt bei der Vollastkurve, mit weniger Vorzündung als die Serienverstellung der TX, mal an die Zündverstellkurve, die „Scholli“ bei seiner TX fährt, angelehnt und dazu eine Teillastkurve mit mehr Vorzündung als Serie frei Hand vorgegeben.

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Am Samstag war superschönes Wetter und sie läuft astrein, besser denn je. Aber vielleicht bilde ich mir das ja nur ein.

Was ich mir aber nicht einbilde ist die Tatsache, daß auch diese merkwürdige Resonanzschwingungen bei Vollast und knapp unter 4.000 Umdrehungen, die ich immer mit einer nicht ausreichend gespannten Balancerkette in Zusammenhang gebracht habe, völlig verschwunden sind. Ob das an der Zündung liegt? Ich hab mir gleichzeitig auch noch den hydraulisch bedämpften Steuerkettenspanner https://www.twins-inn.com/epages/782102 ... ucts/ZY048 für die XS geleistet und gleichzeitig mit der Zündung verbaut, könnt auch der sein. Hauptsache weg!

Martin
Torsten
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Re: Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Beitrag von Torsten »

Hallo Martin,

ich habe ein ähnliches Problem bei 4000 Umdrehungen, bei mir ist eine kontaktgesteuerte Transistor/Thyristor
Zündung verbaut, die Kontakte sind nach über 10.000 km noch wie neu. Heute habe ich den gestern bestellten
Kettenspanner erhalten. Gibt es eine Möglichkeit den Kettenspanner zu tauschen, ohne die originale Luftfilterbox
incl. Vergaser auszubauen ?

Danke für eine kurze Info.

Gruß Torsten
IMG_2853.JPG
IMG_2853.JPG (80.58 KiB) 17641 mal betrachtet
martin s aus b
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Re: Erfahrungen mit Elektronikzündungen

Beitrag von martin s aus b »

Torsten hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 15:08 ... Möglichkeit den Kettenspanner zu tauschen, ohne die originale Luftfilterbox incl. Vergaser auszubauen ...
Hallo Torsten,

das glaub ich eher nicht, habs aber gar nicht probiert, weil das zwischen den montierten Vergasern meines Erachtens zu eng zugeht, um mit normalem Werkzeug die M22 - Kontermutter zu lösen und dann den Spanner mit M10 rauszudrehen. Ich hatte da in der Vergangenheit schon Probleme, zur Kontrolle der Spannereinstellung auch nur den Gußdeckel runterzuschrauben.

Ich hab den linken Vergaser weggebaut, damit gabs ausreichend Platz. Weil ich statt des originalen Luftfilters im ausgeräumten Filtergehäuse einen K & N - Doppelluftfilter verbaut hab kann ich den zum Abbau der Vergaser abnehmen, ohne das Filtergehäuse selbst wegzubauen. Ob das, wenns serienmäßig ist, raus muß damit Du genug Platz nach hinten hast, um den Spanner rauszuschrauben kann ich Dir nicht sagen. Aber wenn ichs auf dem Ersatzteilbild richtig seh muß es eh raus, wenn Du einen Vergaser abbauen willst .

Gruß

Martin
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